Inhalt
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- BigQuery: Unterstützung für Graph Queries mit GQL und GRAPH_TABLE
- BigQuery / Cloud SQL / Spanner: Managed MCP Server für AI-Agenten
- BigQuery: Global Default Location für Projekte und Organisationen
- BigQuery: Erweiterungen bei Conversational Analytics (Preview)
- BigQuery: Erweiterte Embedding- und AI-Funktionen
- BigQuery: Neue „Pipelines und Connections“-Oberfläche (Preview)
- Piwik PRO: Erweiterungen bei Audiences und Sequenzlogik
- BigQuery: Unterstützung für Graph Queries mit GQL und GRAPH_TABLE

Liebe Leser,
im März standen vor allem strukturelle Erweiterungen in BigQuery im Fokus. Mit Unterstützung für Graph Queries wird ein neuer Ansatz eingeführt, um Beziehungen zwischen Daten ohne komplexe Join-Logik direkt zu analysieren.
Gleichzeitig baut Google Conversational Analytics weiter aus und abstrahiert den Zugriff auf Daten zunehmend über AI-gestützte Interaktion. Ergänzend dazu wurden Managed MCP Server für zentrale Dienste der GCP veröffentlicht.
Viel Spaß beim Lesen!
1. BigQuery: Unterstützung für Graph Queries mit GQL und GRAPH_TABLE
BigQuery erweitert sein Datenmodell um Graph-Funktionalitäten und unterstützt künftig Abfragen nach dem GQL-Standard (Graph Query Language). Damit können Beziehungen zwischen Daten direkt adressiert werden, ohne sie ausschließlich über klassische SQL-Joins abzubilden.
Mit den neuen Graph-Funktionen lassen sich bestehende Tabellen als Property Graph interpretieren und mit speziellen Operatoren abfragen:
- Einführung des GRAPH_TABLE-Operators zur Traversierung von Beziehungen
- Unterstützung von Graph Query Patterns statt rein tabellarischer Logik
- Definition von Graphen auf bestehenden Tabellen ohne Datenmigration
- Effizientere Analyse komplexer Netzwerke (z. B. Verbindungen, Pfade, Zyklen)
Im Unterschied zu klassischem SQL stehen Beziehungen zwischen Entitäten im Mittelpunkt, nicht nur deren Attribute. Viele analytische Fragestellungen lassen sich mit SQL nur über komplexe Join-Ketten oder rekursive Abfragen lösen. Das führt schnell zu schlechter Performance oder schwer wartbarem Code. Graph Queries adressieren genau diese Fälle, indem sie Beziehungen direkt modellierbar und abfragbar machen. Das ist insbesondere relevant für Use Cases wie Fraud Detection, Netzwerk-Analysen oder Lieferketten.
Quelle: cloud.google.com
2. BigQuery / Cloud SQL / Spanner: Managed MCP Server für AI-Agenten
Im März hat Google Managed Model Context Protocol (MCP) Server für zentrale Datenbankdienste wie BigQuery, Cloud SQL und Spanner bereitgestellt. Diese ermöglichen es, AI-Agenten über eine standardisierte Schnittstelle direkt mit Datenbanken zu verbinden.
Konkret bedeutet das:
- Bereitstellung eines einheitlichen Interfaces für LLMs zur Interaktion mit Datenquellen
- Zugriff auf Datenbankschemata und Ausführung von Queries ohne individuelle API-Integrationen
- Zentrale Steuerung über IAM-Rollen und bestehende Sicherheitsmechanismen
- Vollständige Protokollierung aller Aktionen über Audit Logs
Die MCP Server fungieren damit als vermittelnde Schicht zwischen AI-Agenten und produktiven Datenbanken. Sie greifen damit ein zentrales Problem aktueller AI-Architekturen auf: den Wildwuchs an individuellen LLM-Integrationen in Datenquellen. Statt für jeden Use Case eigene Schnittstellen zu bauen, entsteht erstmals ein standardisierter Zugriffspfad.
Technisch vereinfacht das die Integration deutlich. Gleichzeitig verschiebt sich die Kontrolle stärker in bestehende Cloud-Mechanismen wie IAM und Logging, was insbesondere für produktive und regulierte Umgebungen entscheidend ist. Der „Game Changer“-Aspekt liegt weniger in der Funktion selbst als in der Standardisierung: MCP könnte sich als verbindende Schicht etablieren, über die AI-Agenten konsistent auf Daten zugreifen.
Ob sich das in der Praxis durchsetzt, hängt stark davon ab, wie gut sich bestehende Datenarchitekturen und Berechtigungskonzepte damit abbilden lassen.
Quelle: cloud.google.com
3. BigQuery: Global Default Location für Projekte und Organisationen
Seit Kurzem ist die Definition einer globalen Default Location in BigQuery möglich. Diese ist setzbar auf Projekt- oder Organisationsebene und wird verwendet, sofern keine Location explizit angegeben ist.
In größeren Setups kommt es häufig zu Inkonsistenzen bei Dataset-Regionen. Über die globale Default Location sollen daher inkonsistente oder fehlende Location-Zuweisungen verhindert werden. Die Default Location reduziert Fehlerquellen und sorgt für eine klare Governance. Gleichzeitig zwingt sie Teams, sich bewusst mit Datenlokation auseinanderzusetzen, was insbesondere für Kosten, Latenz und Compliance relevant ist.
Quelle: cloud.google.com
4. BigQuery: Erweiterungen bei Conversational Analytics (Preview)
BigQuery hat die Funktionen für Conversational Analytics im März weiter ausgebaut und den Funktionsumfang deutlich erweitert. Die wichtigsten Erweiterungen umfassen:
- Integration mit Cloud Storage über ObjectRef, wodurch auch unstrukturierte Daten wie PDFs oder Bilder einbezogen werden können
- Unterstützung zusätzlicher BigQuery-ML-Funktionen für erweiterte Analysen
- Möglichkeit, direkt im SQL Editor mit Query-Ergebnissen zu interagieren
- Kennzeichnung von AI-generierten Queries im Job-Verlauf
- Verbesserte Nutzung partitionierter Tabellen
- Vorschläge für nächste Analyseschritte
Die Interaktion mit Daten wird zunehmend abstrahiert. Analysen können einfacher angestoßen werden, ohne dass vollständige SQL-Kenntnisse notwendig sind. Das erleichtert den Zugang, erhöht aber gleichzeitig den Bedarf an Kontrolle und Validierung, da generierte Abfragen nicht automatisch fachlich korrekt sind.
Quelle: cloud.google.com
5. BigQuery: Erweiterte Embedding- und AI-Funktionen
Die Unterstützung für AI- und Embedding-basierte Anwendungsfälle in BigQuery wurde verbessert. Folgende Neuerungen stehen zur Verfügung:
- Unterstützung für das Modell gemini-embedding-001
- Möglichkeit, externe Modelle über Vertex AI oder Hugging Face einzubinden
- Neue Funktionen wie AI.GENERATE_EMBEDDING und AI.EMBED zur Erstellung von Vektoren
Damit lassen sich vektorbasierte Anwendungsfälle direkt in BigQuery umsetzen, etwa für semantische Suche oder Ähnlichkeitsanalysen. Für klassische Reporting- und BI-Use-Cases ist die Relevanz aktuell begrenzt, für AI-getriebene Anwendungen hingegen zunehmend relevanter.
Quelle: cloud.google.com
6. BigQuery: Neue „Pipelines und Connections“-Oberfläche (Preview)
Am 06. März wurde das UI in BigQuery um einen zentralen Einstiegspunkt für Datenintegration und Pipeline-Setup in einer ersten Preview erweitert. Ziel ist es, bestehende Integrationsdienste konsolidiert zugänglich zu machen.
Mit der neuen „Pipelines & Connections“-Seite wird die Einrichtung von Datenflüssen stärker geführt. Dazu zählt eine zentrale UI für Integrationen wie:
- BigQuery Data Transfer Service
- Datastream
- Pub/Sub
- Schrittweise Konfiguration statt fragmentierter Setups über mehrere Tools
- Fokus auf BigQuery-spezifische Integrationsprozesse
Die technische Funktionalität bleibt unverändert, aber der Zugang dazu wird vereinfacht. Gerade bei komplexeren Setups mit mehreren Datenquellen reduziert sich der Aufwand für Konfiguration und Onboarding. Gleichzeitig verschiebt sich mehr Logik in die Oberfläche, was für einfache Setups hilfreich ist, bei komplexeren Anforderungen aber weiterhin nicht die Notwendigkeit sauberer Architektur ersetzt.
Quelle: cloud.google.com
7. Piwik PRO: Erweiterungen bei Audiences und Sequenzlogik
Piwik PRO hat im März vor allem die Arbeit mit Audiences erweitert. Der Fokus lag auf mehr Kontrolle in der Definition und Auswertung von Nutzersegmenten. Hierfür wurden eine neue Option für sequenzielle Audiences sowie zusätzliche Filtermöglichkeiten eingeführt.
Mit der „within“-Option kann definiert werden, dass einzelne Schritte innerhalb einer festgelegten Zeitspanne erfolgen müssen. Dadurch lassen sich Nutzerpfade zeitlich präziser einschränken (z. B. mehrere Aktionen innerhalb von X Tagen). Zudem lassen sich Audiences nun nach Typ sortieren und filtern (z. B. Standard vs. sequenziell).
Die Änderungen betreffen keine grundlegenden neuen Funktionen, sondern die Präzisierung bestehender Audience-Logiken. Insbesondere die „within“-Option löst ein typisches Problem bei sequenziellen Audiences: Bisher konnten Nutzer ohne zeitliche Begrenzung in einzelnen Schritten „hängen bleiben“. Mit der neuen Logik lassen sich solche Fälle sauber eingrenzen. Die zusätzlichen Filteroptionen verbessern vor allem die Übersicht in größeren Setups mit vielen Audiences, ohne die Funktionslogik selbst zu verändern.
Quelle: developers.piwik.pro/changelog








